
Das Motto Cancel-with-Care ist sowohl eine Anspielung auf den Sicherheitshinweis Handle-with-Care als auch auf die Empörungskampagne gegen Benedikt Kuhn, den Gründer und damaligen Geschäftsführer der Apfelweinmarke Bembel-with-Care, der im Jahr 2020 ein Opfer von Cancel Culture wurde.
Von Dosen und Flaschen
Schon vor dem großen Eklat wurde Bembel-with-Care von Umweltaktivisten jahrelang damit bedrängt, ein Dosenpfand einzuführen. Doch bis zum Jahr 2022 war Apfelwein von der Pfandpflicht ausgenommen und ohne eine allgemeine Rechtspflicht auch für die Mitbewerber waren die Wettbewerbsnachteile zu gravierend. Die Standhaftigkeit stieß den Aktivisten sauer auf, ebenso wie der Humor, mit dem Bembel-with-Care die Kundschaft an ihre Eigenverantwortung erinnerte:

Benedikt Kuhn vermied es, seine Firma politisch zu positionieren, doch privat äußerte er sich in den Sozialen Medien durchaus pointiert gegen derlei Bevormundungsversuche.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…
Die Generation von Bendikt Kuhn wuchs mit grüner Panikmache vor Ozonloch, Waldsterben und saurem Regen auf. Dank technischer Innovation wurden diese Phänomene eingedämmt und die von den Grünen ausgemalten Horrorszenarien blieben aus.
Klimaschutz und Ressourcenschonung sind wichtig und richtig, aber wer Hysterie sät, wird nicht Wohlwollen und Glaubwürdigkeit ernten, sondern Hohn und Spott.

Mittlerweile wird die Jugend wieder mit dem Klimawandel ins Bockshorn gejagt. Und auch diesmal erweisen sich die apokalyptischen Ängste als überzogen. So warnte Greta Thunberg, die Ikone von Fridays for Future, im Jahr 2018 davor, es würden nur noch fünf Jahre bleiben, um den Klimawandel aufzuhalten, weil sonst unumkehrbare Kipp-Punkte erreicht seien und dadurch eine unaufhaltsame Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden würde.
Doch im Jahr 2023 ist nichts dergleichen passiert, außer dass Greta Thunberg den Beitrag gelöscht hat. Und mittlerweile scheint sie den Klimawandel selbst nicht mehr als ganz so dringlich anzusehen, sonst würde sie sich nicht von regionalen Ereignissen wie dem Nahostkonflikt ablenken lassen.

Wegen derlei privat abseits seiner Firma veröffentlichten Memes geriet Benedikt Kuhn auf die Abschussliste linker Aktivisten. Es wurde kompromittierende Munition gesammelt und schließlich am 08.Mai 2020 zur medialen Treibjagd geblasen.
08. Mai 2020
Als Reaktion auf das tendenziöse Gedenken anlässlich des 75. Jahrestags des Kriegsendes am 08. Mai 2020, veröffentlichte Benedikt Kuhn auf seinem ausschließlich privat genutzten Instagram-Konto eine Bildkachel mit einer blutverschmierten Fliegerbombe, auf der zu lesen war, der 08. Mai sei kein Tag der Befreiung:

Auf Nachfrage führte er in einer privaten Nachricht aus, es habe seitens der Alliierten keine Befreiungsabsicht gegeben, das Besatzungsstatut sei noch in Kraft und Deutschland weiterhin von fremden Truppen besetzt.
Dies entfachte einen medialen Empörungssturm. An der rechtswidrigen Veröffentlichung einer privaten Nachricht durch die Aktivisten störte man sich dabei nicht, sondern skandalisierte ausschließlich die Aussage Benedikt Kuhns.
Tag der Befreiung?
Wer ein Land befreien möchte, bombardiert nicht die Zivilbevölkerung. In der amerikanischen Direktive JCS 1067 hieß es dementsprechend explizit, dass Deutschland nicht zum Zweck seiner Befreiung, sondern als besiegter Feindstaat besetzt werde. Zudem seien keine Schritte zu unternehmen, die zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands führen könnten oder geeignet seien, die deutsche Wirtschaft zu stärken oder zu erhalten.
Mit dem Heraufziehen des Kalten Krieges änderten die Amerikaner ihre Haltung und die Differenzen in der Besatzungspolitik der Siegermächte traten offen hervor, wie diese zeitgenössische Karikatur (S. 25) veranschaulicht:

Amerika versuchte, Deutschland wieder in Gang zu bringen, Frankreich wollte einen Neustart verhindern, Großbritannien zeigte sich distanziert und die Sowjetunion entnahm seiner Besatzungszone möglichst hohe Reparationsleistungen.
Diese Grundkonstellation blieb mit leichter Varianz bei den Akteuren in der Nachkriegszeit konstant. Dies zeigte sich etwa im Zwei-plus-Vier-Vertrag, der im Jahr 1990 die deutsche Wiedervereinigung regelte.
Aus Amerika kam Unterstützung. Osteuropa sicherte die Reparationen ab, indem Deutschland die Oder-Neiße-Grenze anerkennen musste. Frankreich und Großbritannien waren gegen die Wiedervereinigung, konnten sie jedoch nicht verhindern und ließen stattdessen einige zentrale Einschränkungen aus der Besatzungszeit in den neuen Vertrag aufnehmen. Beispielsweise den deutschen Verzicht auf Atomwaffen und Beschränkungen bei den Streitkräften. Der Rest von Europa schaute zu.
In der Gegenwart verschieben sich die Akzente gerade etwas. Amerika unter Donald Trump hat keine Lust mehr, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas mit eigenen Mitteln aufzupumpen, aber bislang noch keine größeren Konsequenzen gezogen.
Frankreich möchte darum sein Atomarsenal ausbauen und bietet dem vom Atomwaffensperrvertrag gebundenen Deutschland an, sich zu beteiligen, will aber die volle Befehlsgewalt behalten. Statt Stopp-Schild existiert mittlerweile also eine Art deutsch-französisches Tandem, das allerdings nur läuft, solange Deutschland hinten sitzt und ordentlich in die Pedale tritt, während Frankreich vorne lenken darf.
Die Briten schauen sich die Sache seit dem Brexit wieder von weitem an.
Polen erhebt weitergehende Reparationsforderungen gegenüber Deutschland, die eigentlich an Russland zu stellen wären und Russland schneidet sich statt von Deutschland jetzt ein Stück der Ukraine ab.
Benedikt Kuhn mag seine Aussage ungeschickt formuliert haben, aber inhaltlich hat er den Finger in die Wunde deutscher Lebenslügen gelegt. Die Befreiung Deutschlands war kein alliiertes Kriegsziel. Einige Elemente aus Verordnungen wie dem Besatzungsstatut wurden in andere nach wie vor gültige Verträge überführt. Insbesondere solche im militärischen und geheimdienstlichen Bereich, die also den Kernbestand staatlicher Souveränität betreffen.
Es ist naiv zu glauben, Deutschland sei heute von Freunden umzingelt. Bei aller Freude über das Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und der Notwendigkeit internationaler Kooperation, sollte man diese Ambivalenz aushalten können.
Apfelweinbaron verkleidet als Roter Baron
Den Aktivisten ging es aber nicht darum, mit dem sanften Zwang des besseren Arguments zu überzeugen. Darum kramten sie aus dem gesammelten Kompromat ein Bild aus dem Jahr 2017 hervor. Damals war Benedikt Kuhn als Model auf einer Modenschau und danach auf einer Military-Kostümparty. Den Zusammenhang zwischen beiden Veranstaltungen erkennt man, am schwarzen Klebesteifen über dem Auge.

In Anspielung auf seinen Künstlernamen Apfelweinbaron verkleidete sich Benedikt Kuhn hierzu als Roter Baron, dem bekanntesten Jagdflieger des Ersten Weltkriegs. Der kolbenförmige Kragenspiegel wird bis heute in der Bundeswehr verwendet und das Eiserne Kreuz um seinen Hals wurde als Orden erstmals in den Befreiungskriegen gegen Napoleon verliehen. Es zierte als Hoheitszeichen das Flugzeug des Roten Barons genauso wie die Fahrzeuge der Bundeswehr heutzutage. Die Phantasieuniform von Benedikt Kuhn setzte sich also aus allgemeinen deutschen Militärinsignien zusammen.
Die Aktivisten rissen das Bild von 2017 aus dem Zusammenhang und unterstellten einen Wehrmachtsbezug, damit sie die Aussagen von Benedikt Kuhn aus dem Jahr 2020 als neonazistisch hinstellen konnten. Aus dem Mitschnitt des Modenschau-Auftritts von Benedikt Kuhn (ab Minute 02:58 ist er im Vordergrund) wird klar, dass es sich ganz sicher um keine Neo-Nazi-Veranstaltung gehandelt hatte:
Benedikt Kuhn ist Teil der Schwarzen Szene (Gothic, Heavy Metal) und dort wird als Manierismus gelegentlich mit faschistoider Ästhetik kokettiert. Die deutsche Presse dreht dann regelmäßig völlig durch.
Prominentes Beispiel ist das Musikvideo zu Stripped von Rammstein. Darin wird auf Bildmaterial der beiden Olympia-Filme von Leni Riefenstahl zurückgegriffen. Das Lied selbst ist harmlos und stammt ursprünglich von Depeche Mode. Die Olympia-Filme entstanden zwar in der Zeit des Nationalsozialismus, sind aber keine aufführungsbeschränkten Vorbehaltsfilme und von der FSK ohne Altersbeschränkung freigegeben. Sie erhielten 1948 eine olympische Goldmedaille und wurden von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet. Das Musikvideo ist ein Zusammenschnitt der bekanntesten Szenen, wie den Turmspringer-Sequenzen:
Eigentlich alles ganz unproblematisch. Zumal einige Aspekte, wie der olympische Fackellauf oder die Unterwasserkamera, mit der das Eintauchen der Athleten beim Turmspringen festgehalten wurde, stilbildend waren und bis heute üblich sind. Dennoch wurde das Musikvideo in der deutschen Presse enorm skandalisiert. Statt sich differenziert mit dem popkulturellen Phänomen von „Nazi-Chic“ auseinanderzusetzen, erging man sich lieber in platten Unterstellungen.
Zersetzung
Unverbundene Dinge werden aus dem Kontext gerissen und mittels Unterstellungen zusammengeführt, um ein Zerrbild zu zeichnen. Dies erinnert fatal an die Zersetzungsmethoden der Staatssicherheit, bei denen der öffentliche Ruf „feindlich negativer Personen“ systematisch ruiniert werden sollte. Hierzu wurden ebenfalls überprüfbar wahre Vorwürfe mit glaubhaften nicht widerlegbaren Unwahrheiten zu einem diskreditierenden Gesamtbild verknüpft.
In das Jagdgeheul der Aktivisten stimmten auch Presse und Politik ein. Benedikt Kuhn war damit zum Abschuss freigegeben und seine Geschäftspartner handelten entsprechend, indem sie alle Geschäftsbeziehungen auflösten. Die Herbeiführung beruflicher und gesellschaftlicher Misserfolge ist ebenfalls ein Baustein der Zersetzung.
Um seine mittelständische Firma mit 18 Millionen verkauften Getränkedosen pro Jahr und die daran hängenden Arbeitsplätze zu schützen, musste Benedikt Kuhn seinen in zwölfjähriger Arbeit aufgebauten Betrieb ohne Gegenleistung an die den Apfelwein herstellende Kelterei überschreiben. Seiner in einem Zeitungsinterview geäußerten Einschätzung nach sei er durch die Gesamtsituation quasi enteignet worden.
1 Zentral-Komitee Beseitigen
Zersetzungsmethoden in Stasi-Manier und Schauprozesse in den Sozialen Medien, die zwar nicht juristisch, aber doch faktisch einer Enteignung gleichkommen, lassen das Abgleiten der BRD zu einer DDR 2.0 befürchten.

Der historische Faschismus entstand erst im 20. Jahrhundert. In den 1860ern hingegen bemühte sich gerade die deutsche Nationalbewegung um die Gründung eines gesamtdeutschen Nationalstaates, was 1871 gegenüber Frankreich erkämpft werden konnte. Souveränität und gesamtdeutsche Staatlichkeit mit Faschismus gleichzusetzen, kennt man auch von den Grünen und der DDR mit ihrem „Antifaschistischen Schutzwall“. Dieser bis zur Unkenntlichkeit zerdehnte Faschismusbegriff steckt hinter den Vorwürfen der linken Parteien gegen Benedikt Kuhn.
Man kommt sich vor wie in 1ZKB, einem dystopischen Kurzfilm, den Benedikt Kuhn in seinem Studium zum Grafikdesigner drehte:
Entweder zieht man sich überalternd in die innere Emigration der eigenen vier Wände zurück und hofft, dass man vom gegenwärtig tobenden Kulturkampf möglichst lange verschont bleibt oder man versucht, in der mentalen Trümmerwüste des postnationalen Selbsthasses die letzten Stellungen der Vernunft in einem zermürbenden Abwehrkampf zu verteidigen.
Weiterführende Aufarbeitung:
- (K)ein Tag der Befreiung? – Erster Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info
- Apfelweinbaron verkleidet als Roter Baron – Zweiter Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info
- Macht der Kunst oder muss der weg? – Dritter Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info
- Zweifeln verboten – Vierter Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info
- Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden – Fünfter Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info
- Linke Parteien demaskiert – Sechster Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info
- Wokismus in der Wirtschaft – Siebenter und letzter Teil der Aufarbeitung zur Hexenjagd auf Benedikt Kuhn – ohrenblaeser.info